Das Security-Experiment – Wie wir eine Website absichtlich unsicher gemacht haben
Wenn man Sicherheit wirklich verstehen will
Wie sicher ist das Web wirklich?
Diese Frage hören wir oft – und meistens kommt die Antwort zu spät: „Wir wurden gehackt.“
Also haben wir beschlossen, es herauszufinden.
Nicht theoretisch. Nicht im Labor. Sondern in der echten digitalen Wildnis.
Wir haben eine Test-Website gebaut – absichtlich unsicher, mit realistischem Setup, Standard-Plugins und leicht erkennbaren Schwachstellen.
Kein Honeypot, keine Tarnung – einfach eine scheinbar neue WordPress-Seite, online, erreichbar, ungeschützt.
Dann haben wir gewartet.
Das Ergebnis war schockierend – aber lehrreich.
Das Setup – Eine Website als Versuchskaninchen
Wir wollten nachvollziehen, wie schnell Angriffe wirklich stattfinden und welche Methoden dabei eingesetzt werden.
Dafür haben wir eine typische Website erstellt – so, wie sie tausendfach existiert:
- Standard-WordPress-Installation
- Zwei beliebte, aber veraltete Plugins
- Keine Firewall, kein Rate-Limit
- Standard-Login „/wp-admin“
- Kein SSL-Zertifikat
Kurz: Eine Seite, die „Hallo Internet, ich bin ungeschützt“ schreit.
💡 Ziel des Experiments:
Nicht herauszufinden, ob jemand angreift – sondern wie schnell und mit welchen Mustern.
Der Countdown – Angriff in unter 3 Stunden
Kaum war die Seite online, tauchten im Server-Logfile die ersten verdächtigen Requests auf.
Automatisierte Bots scannten bereits nach bekannten Pfaden und Schwachstellen.
Nach 2 Stunden und 37 Minuten geschah es:
Der erste erfolgreiche Login-Versuch über Brute-Force – mithilfe eines kompromittierten Passworts aus einer alten Datenbank.
Nur 20 Minuten später wurde ein Skript hochgeladen, das Spam-Seiten generierte und versteckte Links in bestehende Posts einfügte.
Was uns besonders überraschte:
Die Angriffe kamen nicht von „Hackern“, sondern von vollautomatisierten Bot-Netzen, verteilt über mehrere Länder – zielgerichtet, schnell, maschinell.
Der Befund – So arbeitet die Schattenseite des Internets
Die Analyse zeigte, wie professionell die Angreifer vorgehen:
- Sie scannen Millionen Websites gleichzeitig nach offenen Versionen.
- Sobald ein Treffer erfolgt, wird automatisiert Malware eingeschleust.
- Diese Malware ruft weitere Payloads nach – und die Seite wird Teil eines Botnetzes.
In unserem Fall war die Domain nach 12 Stunden in mehreren Spam-Datenbanken gelistet.
Nach 24 Stunden wurde sie von Suchmaschinen als potenziell gefährlich markiert.
💡 Das Erschreckende:
All das geschah, ohne dass ein Mensch einen Finger rührte.
Die gesamte Attacke war KI-gesteuert, skriptbasiert und wiederholbar.
Die Erkenntnis – Kein „Wenn“, sondern „Wann“
Unser Experiment zeigte schwarz auf weiß, was wir unseren Kunden seit Jahren sagen:
Sicherheit ist keine Option – sie ist Pflicht.
Es ist keine Frage, ob eine ungeschützte Seite angegriffen wird.
Es ist nur eine Frage der Zeit – und oft dauert diese Zeit weniger als drei Stunden.
Was früher Wochen dauerte, erledigen heute automatisierte Systeme in Minuten.
Sie erkennen Versionen, Fingerprints und Code-Fragmente schneller, als ein Mensch reagieren könnte.
Die Lektion – Was wirklich schützt
Nach der Bereinigung und Analyse haben wir das System neu aufgesetzt – dieses Mal Security by Design.
Die Unterschiede waren drastisch:
🔹 Mit Absicherung:
- KI-basierte Anomalieerkennung (Erkennung ungewöhnlicher Requests in Echtzeit)
- Automatische Plugin-Scans mit CVE-Datenbankabgleich
- WAF-Integration (Web Application Firewall)
- 2FA für alle Logins
- Serverseitige Rate Limits und automatisierte IP-Blocking-Regeln
- Vollständige Verschlüsselung (SSL + HSTS + Security Headers)
Nach dem Relaunch lief die Seite drei Monate im Monitoring –
kein einziger erfolgreicher Angriff.
💡 Fazit:
Man muss Sicherheit nicht erfinden – man muss sie nur richtig implementieren und pflegen.
Was wir daraus gelernt haben
Das Security-Experiment war mehr als ein Test.
Es war ein Weckruf.
- Sicherheit beginnt nicht mit Firewalls, sondern mit Bewusstsein.
- Automatisierte Angriffe sind Realität – 24/7.
- Alte Plugins und Standard-Logins sind Einladungen.
- Und Prävention kostet weniger als Wiederherstellung – jedes Mal.
Bei TwinDash setzen wir seither auf konsequente Sicherheitsarchitekturen:
Automatisierte Scans, n8n-basierte Warnsysteme, KI-Agenten, die jede Codeänderung überwachen – und klare Prozesse, die jedes Projekt schützen.
Denn das Ziel ist nicht, Angriffe zu vermeiden –
sondern niemals überrascht zu werden.
Der Ausblick – Das neue Verständnis von Websicherheit
Die Zukunft der Websicherheit ist proaktiv, lernend und automatisiert.
Statische Schutzmechanismen reichen nicht mehr.
KI-Systeme erkennen Anomalien, bevor sie Schaden anrichten.
Automatisierte Tools reagieren in Sekunden, nicht in Stunden.
Und Agenturen, die Sicherheit by Design integrieren, schaffen das, was heute am wertvollsten ist: digitales Vertrauen.
💡 TwinDash Prinzip:
Wir machen Websites nicht nur sicher –
wir machen sie sicherer, je länger sie online sind.
Fazit – Sicherheit ist kein Feature, sondern Überlebensstrategie
Unser Experiment hat gezeigt:
Selbst die kleinste Lücke genügt, um automatisierte Angriffe auszulösen.
Aber:
Mit der richtigen Struktur, Automatisierung und kontinuierlicher Überwachung
wird aus einer potenziellen Schwachstelle ein starkes, lernendes System.
Sicherheit ist kein Zustand.
Sie ist ein Prozess – und der beginnt mit dem Bewusstsein, wie schnell das Internet zurückschlägt.
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